{"id":111,"date":"2013-07-16T20:04:46","date_gmt":"2013-07-16T20:04:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/?page_id=111"},"modified":"2018-01-17T10:20:19","modified_gmt":"2018-01-17T09:20:19","slug":"pfarrkirche-ohlsdorf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/?page_id=111","title":{"rendered":"Pfarrkirche Ohlsdorf"},"content":{"rendered":"<h2>Innenraum und Ausstattung<\/h2>\n<div>\n<p>Das<strong> Presbyterium (Altarraum<\/strong>) besitzt zweieinhalb Joche, ist mit einem Netzrippengew\u00f6lbe und abgetreppten Streben ausgestattet und hat hinter dem Altar einen F\u00fcnfachtelschluss.<\/p>\n<p>Ein m\u00e4chtiger <strong>Triumphbogen<\/strong> stellt die Verbindung zum <strong>Langhaus<\/strong> her. Dieses ist eine zweischiffige, gotische Halle (Zweis\u00e4ulenraum) mit dreieinhalb Jochen vom<br \/>\nTriumphbogen bis zur Westwand \u00fcber der Empore. Die eineinhalb Joche nach dem Triumphbogen sind mit sechsstrahligen Sternen gew\u00f6lbt, das mittlere Joch verbreitert (in den Abschlusssteinen Wappen). Die zwei breiteren Westjoche besitzen ein Netzrippengew\u00f6lbe (Zweiparallelrippen). Zwei Achtecks\u00e4ulen tragen dieses hohe Netzrippengew\u00e4lbe, gliedern damit den Innenraum zur Zweischiffigkeit und gestalten einen offenen, breiten Innenraum von wundervoller Architektur. Die vierachsige, zweijochige und dreimal gebrochene <strong>Westemporte<\/strong> ruht ebenfalls auf einem Sternrippengew\u00f6lbe. Die Eing\u00e4nge im <strong>Norden<\/strong> und S\u00fcden besitzen auch netzrippengew\u00f6lbte Vorhallen.<br \/>\nDer Typus der Ohlsdorfer Kirche geh\u00f6rt zu den sp\u00e4tgotischen Bauten, bei denen einheimischen, bodenst\u00e4ndiges Bauen mit dem bayrischen Sechseck-Kirchenbau (Stilelemente des Burghausener-Salzburger Bereiches) eine Synthese darstellen. Die so genannte Bauh\u00fctte im Attergau (V\u00f6cklabruck?), der wahrscheinlich auch der hier in Ohlsdorf geborene Meister Hans von Aichlham angeh\u00f6rte, schuf viele solche sp\u00e4tgotischen Kirchen in der n\u00e4heren und weiteren Umgebung (Laakirchen, Sch\u00f6ndorf, Desselbrunn, R\u00fcstdorf, Pinsdorf, Regau).<br \/>\n<strong>Ausstattung<\/strong><br \/>\nVon der sp\u00e4tgotischen Inneneinrichtung, also den Alt\u00e4ren, Bildtafeln und Figuren blieb in der Kirche selbst nicht erhalten. Aus der hier im Salzkammergut beheimateten Bildhauerwerkstatt des Lienhart Astl gibt es dort und da noch Figuren, wie z.B. im nahen Aurachkirchen die sp\u00e4tgotische Gruppe der hl. Anna Selbdritt sowie Statuen der hl. Barbara und Katharina. M\u00f6glicherweise waren diese einmal in der Kirche Ohlsdorf aufgestellt, bevor sie der jetzigen barocken Ausstattung weichen mussten. Aus der Bauzeit der Kirche ist nur noch die alte Eichent\u00fcr zur unteren Turmkammer erhalten, von der aus fr\u00fcher die Glocken gel\u00e4utet wurden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><strong>Das Gnadenbild am Hochaltar <\/strong><br \/>\nMit der Gegenreformation und der religi\u00f6sen Erneuerung im 17. Jh. brach eine neue Stilrichtung an, das Barock, und damit eine starke Marienverehrung, die hier in Ohlsdorf schon 1663 sehr intensiv gewesen ist. Haupts\u00e4chlichste Wallfahrtsmotive waren Kindsn\u00f6te und Kindersegen. Das Wichtigste dieser Marienverehrung war allerdings das Gnadenbild. In Ohlsdorf sehen wir im Mittelpunkt des Hochaltares ein Gem\u00e4lde der <strong>schwangeren Gottesmutter<\/strong>, der \u201eMaria Gravida\u201c. Weltweit sind nur wenige solcher Gnadenbilder bekannt. Dieses unser Gnadenbild wurde 1657 von einem Meister \u201eC. M. Doognhart\u201c geschaffen. Christian Degenhart (um 1611 \u2013 1676) ist als Garstener Klostermaler bekannt gewesen. Das prachtvoll mit Engeln und Strahlen umrandete Gnadenbild geh\u00f6rt in die Gruppe jener barocken Darstellungen Mariens, bei denen sie auf einer m\u00e4chtigen Erdkugel steht und mit dem linken Fu\u00df der Paradiesschlange den Kopf zerdr\u00fcckt. Das Haupt Mariens ist mit einem Sternenkranz umgeben. Dar\u00fcber befindet sich ein regenbogen\u00e4hnliches Spruchband mit dem Text: \u201eUnd das Wort ist Fleisch Worden\u201c und die Geisttaube mit trinitarischem Dreieck. Engel in Wolken schweben um Maria. Mariens Mantel ist mit Rosenbl\u00fcten besetzt. Wurde fr\u00fcher die Kirche \u2013 bis in die erste H\u00e4lfte des 19. Jh. herein \u2013 von Wallfahrern aus ganz Ober\u00f6sterreich besucht, so ist sie heute als Wallfahrtskirche nur mehr von lokaler Bedeutung.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p><strong>Der Hochaltar<\/strong><br \/>\n\u201eMaria, umgeben vom Chor der Engel\u201c<\/p>\n<p>Im sch\u00f6nen <strong>Barockwerkstil<\/strong> 1680\/90 von einem uns bisher unbekannten Meister gefertigt, steht der dreigeschossige Hochaltar mit S\u00e4ulenarchitektur etwas abgesetzt vor der Ostwand des Presbyteriums. Die Breite gestattet noch einen vollen Lichteinfall durch die beiden Chorfenster (neu aus 1905: links Mari\u00e4 Verk\u00fcndigung und rechts die Geburt Christi). \u00dcber dem Altartisch mit aufgesetztem Tabernakel, auf dem zwei Engel schweben, gibt der ovale Durchbruch, eingefa\u00dft mit einem Strahlenkranz und vielen Engeln, den Blick frei auf das dahinter liegende Gnadenbild.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>Zur Linken, au\u00dferhalb der S\u00e4ule, befindet sich der <strong>\u00fcberlebensgro\u00dfe Nikolaus <\/strong>mit Bischofsstab, Buch und drei Kugeln (Symbol f\u00fcr die heilige Dreifaltigkeit), der Schutzpatron der alten Schiffer und Traunfl\u00f6\u00dfer, und zur Rechten der hl. Ulrich mit Bischofsstab, Buch und Fisch. Im zweiten Geschoss befindet sich innerhalb der S\u00e4ulen das Bild des Kirchenpatrons, des hl. Martin, als Bischof dargestellt. Beiderseits weisen die Erzengel Gabriel mit Lilie (links) und Raphael mit Wanderstab (rechts) mit ihrer Handbewegung zur Gnadenmutter.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>\u00dcber der heiligen Dreifaltigkeit (trinitarisches Dreieck) im dritten Geschoss kr\u00f6nt als dritter <strong>Erzengel Michael <\/strong>mit Schwert und der Waage der Gerechtigkeit den Gnadenaltar.<br \/>\n70 Engelsfiguren unterstreichen beeindruckend die eigentliche Symbolik des Hochaltars: \u201eMaria, umgeben vom Chor der Engel\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p><strong>Der Nothelferaltar<\/strong>\u00a0 (linker Seitenaltar)<\/p>\n<p>Am Altartisch befindet sich der hl. Florian, umgeben von zwei Engeln, von denen der linke, abweichend von den \u00fcblichen Darstellungen, mit dem Wasserk\u00fcbel das Feuer l\u00f6scht.<br \/>\nIm Zentrum des ersten Gescho\u00dfes beherrscht das Bild der vierzehn Nothelfer mit den Statuen des hl. Petrus (li.) und des hl. Paulus (re.) den Altaraufbau. Im zweiten Geschoss befindet sich heute das Bild der Heiligen Familie. Urspr\u00fcnglich war hier eine Darstellung der Flucht nach \u00c4gypten, \u00fcber die der Erzengel Raphael als Wegbegleiter und Schutzengel wachte. In seiner Obhut befindet sich jetzt nur mehr der junge Tobias.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Nepomukaltar \u00a0<\/strong>(rechter Seitenaltar)<br \/>\nDas Nepomukbild im Hauptgescho\u00df wird flankiert von den Pestheiligen Rochus (li.) und Sebastian (re.).<\/p>\n<p>Im Obergeschoss gestalten die Statuen des hl. Augustinus mit Buch und Herz (in der Mitte), der M\u00e4rtyrerinnen Katharina (li.) und Barbara (re.) und zuoberst des hl. Nikolaus den achitektonischen Aufbau des Altares.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Kreuzweg<\/strong><br \/>\nDie vierzehn neugotischen Kreuzwegstationsbilder<br \/>\nvon 1874 zieren nach ihrer Restaurierung seit 1986<br \/>\nwieder die Seitenw\u00e4nde des Langhauses.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p><strong>Die Kanzel<\/strong><br \/>\nDiese stellt ein weiteres Schmuckst\u00fcck der barocken Innenausstattung dar. Am Kanzelbecher ist wiederum das durchgehende Gestaltungselement der S\u00e4ulenarchitektur erkennbar. Diese gliedert die Kanzel derart, dass in den vier Nischen die Evangelistenfiguren mit ihren Symbolen (Matth\u00e4us mit Engel, Markus mit L\u00f6wen, Lukas mit Stier und Johannes mit Adler), in wunderbarer Bewegtheit dargestellt, Platz finden. So wie diese das Wort Gottes uns \u00fcberliefert haben, soll auch von hier aus das Wort des Herrn durch ihre Nachfolger den Menschen verk\u00fcndet werden. Der Kanzeldeckel (Schalldach) wird gekr\u00f6nt vom Kirchenpatron, dem<strong> hl. Martin<\/strong>, dargestellt als Soldat, der den Mantel teilt.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Orgel<\/strong><br \/>\nF\u00fcr das kirchenmusikalische Geschehen erwarb die Pfarre 1981 eine neue Orgel, die heute nicht nur zur Kirchenchorbegleitung und dem Kirchengesang dient, sondern von namhaften K\u00fcnstlern auch als ein ausgezeichnetes Soloinstrument bei den Ohlsdorfer Kirchenmusikkonzerten gespielt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p><strong>Das Gel\u00e4ute<\/strong><br \/>\nDas alte, 1941 eingezogene Gel\u00e4ute wurde im Jahre 1950 durch neue Glocken ersetzt. Diese wurden auf Namen geweiht, die f\u00fcr Ohlsdorf besonders symbolhaft sind:<br \/>\nMartinsglocke in Es (Kirchenpatron)<br \/>\nMarienglocke in G (Wallfahrtswesen)<br \/>\nJosefsglocke in B (Arbeitnehmer)<br \/>\nLeonhardglocke in C (Bauernstand)<br \/>\nMichael- und Barbaraglocke in Es (Sterbeglocke)<br \/>\nDas Gel\u00e4ute wiegt 3 Tonnen, wobei die gr\u00f6\u00dfte Glocke, die Martinsglocke, 1394 kg und die Sterbeglocke 165 kg wiegt.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p><strong>Weitere Kircheneinrichtung<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Erw\u00e4hnenswert ist noch ein schmiedeeiserner Glockenzug neben der Sakristeipforte, der vielleicht mit der Gr\u00fcndung der Pfarrexpositur 1778 angeschafft wurde.<br \/>\nDie sch\u00f6ne Ampel f\u00fcr das ewige Licht im Altarraum (ca. 1760) ist aus Messing gefertigt und versilbert.<br \/>\nUnter der Westempore verdient ein sch\u00f6nes <strong>Kruzifix (um 1820)<\/strong> Beachtung, welches in der Fastenzeit vor dem verh\u00e4ngten Gnadenbild am Hochaltar aufgestellt wird. Daneben steht eine Statue des beliebten Volksheiligen <strong>Antonius von Padua <\/strong>(ca. 1900).<br \/>\nDas <strong>Abendmahlsbild<\/strong> im Neubau ist in die Jahre 1775 \u2013 1800 zu datieren.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innenraum und Ausstattung Das Presbyterium (Altarraum) besitzt zweieinhalb Joche, ist mit einem Netzrippengew\u00f6lbe und abgetreppten Streben ausgestattet und hat hinter dem Altar einen F\u00fcnfachtelschluss. Ein m\u00e4chtiger Triumphbogen stellt die Verbindung zum Langhaus her. Dieses ist eine zweischiffige, gotische Halle (Zweis\u00e4ulenraum) mit dreieinhalb Jochen vom Triumphbogen bis zur Westwand \u00fcber der Empore. Die eineinhalb Joche nach dem Triumphbogen sind mit sechsstrahligen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":48,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_mc_calendar":[],"footnotes":""},"class_list":["post-111","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/111","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=111"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/111\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4819,"href":"https:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/111\/revisions\/4819"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/48"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pfarre-ohlsdorf.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}